Der Deutsche Werkbund (DWB) wurde am 6. Oktober 1907 als eine "Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigen" in München gegründet mit der Absicht, "der Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk" zu dienen.

Einen wichtigen Anstoß zur Gründung des Deutschen Werkbundes hatte die Große Deutsche Kunstgewerbeausstellung 1906 im Ausstellungspalast in Dresden gegeben. Zu den jeweils 12 Künstlern und Firmen unter den Initiatoren des Werkbundes zählten aus Dresden die Professoren Fritz Schumacher und Wilhelm Kreis sowie die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst unter Karl Schmidt und die Werkstätten für deutschen Hausrat Theophil Müller. Gründungsmitglieder waren u. a. auch die Architekten der Gartenstadt Hellerau Richard Riemerschmid und Theodor Fischer, mit Wolf Dohrn ein weiterer wichtiger Hellerauer Mitarbeiter sowie Heinrich Tscharmann.

Bei den künstlerischen Zielen des Werkbundes stand die Sachlichkeit im Mittelpunkt. Die Form der Produkte sollte durch ihre Funktion bestimmt sein. Zudem gewannen Fragen des Urheberrechtsschutzes im Kunstgewerbe an Bedeutung. Die Prinzipien des Werkbundes wurden zum Vorbild der Neuausrichtung der Kunstgewerbeschule unter William Lossow ab 1906. Neben Lossow gehörten an der Kunstgewerbeschule auch die Professoren Josef Goller, Karl Groß und Oskar Seyffert dem Werkbund an. Von 1908 bis 1912 leitete Wolf Dohrn, ein Vertrauter Karl Schmidts, die nationale Geschäftsstelle des Werkbundes, die sich in dieser Zeit in der Gartenstadt Hellerau.

Dresden war ein wichtiges Zentrum der Werkbundidee. Er war hier eng mit dem 1902 gegründeten Dürerbund verflochten. Zusammen riefen sie 1913 in Hellerau die Dürerbund-Werkbund-Genossenschaft ins Leben. Sie stand in der Tradition der Gemeinnützigen Vertriebsstelle deutscher Qualitätsarbeit, die der Dürerbund zwei Jahre zuvor gegründet hatte und die von führenden Werkbündlern wie Emil Högg und Heinrich Tessenow beraten wurde. In den Warenkatalogen bzw. Warenbüchern, die bis 1927 im Handel erhältlich waren, erhielten die Verbraucher eine objektive Qualitätsbewertung zu Produkten des Alltags. Die ästhetische Gestaltung galt dabei als wesentlicher Bestandteil der Produktqualität. Die führenden Dürerbündler Ferdinand Avenarius, Paul Schumann und Paul Schultze-Naumburg waren auch Mitglied im Werkbund und Wolfgang Schumann gehörte dem Vorstand der Dürerbund-Werkbund-Genossenschaft an. Andererseits wurde ein Vielzahl von bekannten Werkbündlern in den Vorstand des Dürerbundes berufen, beispielsweise die Stadtbauräte Hans Erlwein und Emil Högg, die Architekten der Gartenstadt Hellerau Hermann Muthesius, Richard Riemerschmid, Theodor Fischer und Heinrich Tessenow, Karl Groß und Oskar Seyffert von der Kunstgewerbeschule sowie die Architekten Fritz Schumacher, Wilhelm Kreis, Hans Poelzig, Julius Graebner und Heinrich Tscharmann.

1919 übernahm der Dresdner Stadtbaurat Hans Poelzig für zwei Jahre die Führung des Werkbundes. Er prägte ihn nachhaltig im Sinne der Neuen Sachlichkeit. In seine Amtsperiode fällt auch die Gründung des Bauhauses, das Poelzig bald in der Wahrnehmung als führenden Avantgardisten moderner Architektur ablösen sollte. Der Deutsche Werkbund wurde zum Vorbild für ähnliche Bestrebungen in anderen Ländern, z. B. in Holland (vgl. Mart Stam).

Während der Nazizeit ist der Werkbund zunächst gleichgeschaltet, 1938 aufgelöst worden. 1945 gab es den Versuch der Neugründung einer Dresdner Arbeitsgemeinschaft, den die sowjetische Militärverwaltung jedoch unterband. Die Neugründung eines sächsischen Werkbundes konnte erst nach der Wende erfolgen.

Mitglieder im Deutschen Werkbund waren auch die Deutschen Werkstätten Hellerau (Abb. oben) unter Karl Schmidt, die als Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst wie die Werkstätten für deutschen Hausrat Theophil Müller bereits zu den Mitbegründern gehört hatten.