Julius Graebner (* 11. Januar 1858 in Durlach; † 25. August 1917 in Istanbul) war ein bekannter Dresdner Architekt und Mitinhaber des Büros Schilling & Graebner. Das Architekturbüro Schilling & Graebner war deutschlandweit vor allem für seine am Jugendstil orientierten Kirchen und Villen bekannt.

Graebner stammte aus Baden und kam 1880 nach Dresden, um am Polytechnikum zu studieren, wo Ernst Giese und Karl Weißbach zu seinen Lehrern zählten. Hier lernte er seinen späteren Geschäftspartner Rudolf Schilling, Sohn des berühmten Bildhauers Johannes Schilling, kennen, mit dem er auch in den Folgejahren in Berlin verbunden blieb. 1889 gründeten sie das gemeinsame Architekturbüro in Dresden.

Zusammen mit Schilling trat Graebner der Donnerstags-Vereinigung Dresdner Architekten bei, leitete ab 1900 die Dresdner Bau- und Sparverein GmbH und gehörte wie beispielsweise Richard Guhr, William Lossow und Heinrich Tscharmann der Künstlergruppe Die Zunft an, in der sich Bildhauer, Architekten, Maler und Kunstgewerbler um die Entwicklung eines speziellen Dresdner Stils im Zusammenwirken der verschiedenen Kunstformen bemühten. Graebner war Mitglied im Sächsischen Altertumsverein und dem Deutschen Werkbund, Vorstandsmitglied im Dürerbund und Mitglied der Königlichen Kommission zur Erhaltung der Kunstdenkmäler.

Graebner erhielt 1909 die Ernennung zum Königlichen Baurat. Er verstarb auf einer Geschäftsreise in Istanbul. Sein Sohn Erwin nahm seine Stelle im Architekturbüro ein.

Abbildung: Die Villa Wachwitzer Straße 3 entwarfen Schilling & Graebner 1895 für Ferdinand Avenarius und Paul Schumann. Hier wurde 1902 vermutlich der Dürerbund gegründet. Die Villa wurde während der Bombenangriffe des 13./14. Februar 1945 zerstört. Zuletzt wohnte hier Wolfgang Schumann.

Werke von Schilling & Graebner

Schilling & Graebner entwarfen die Lutherkirche Radebeul, die Rathäuser in Pieschen und Löbtau und mit dem neobarocken Kaiserpalast Dresdens reichstes Geschäftsgebäude. Ihre Strehlener Christuskirche markiert den Übergang des deutschen Sakralbaus vom Jugendstil zur Reformarchitektur. Beim Kaiserpalast arbeiteten sie mit dem Glasmaler Josef Goller zusammen.