Friedrich Kummer (* 30. März 1865 in Dresden; † 3. April 1939 in Dresden) war ein Literaturwissenschaftler und Theaterkritiker.

Der Sohn eines Kammervirtuosen stammte aus einer musisch begabten Familie. Seit 1791 hatten 12 Familienmitglieder der Staatskapelle angehört. Kummer selbst absolvierte nach dem Abitur am Annengymnasium ein Sprachen-, Geschichts- und Philosophiestudium in Leipzig, Tübingen und Berlin. Nach seiner Promotion im Jahre 1889 wurde er Redakteur der Sportwelt und der Welt in Berlin. Es entstanden erste eigene Romane und Bühnenstücke.

1895 kehrte Kummer nach Dresden zurück und unterrichtete an der Militärvorbereitungsanstalt von Pollatz und am Konservatorium. Ab 1897 arbeitete er für den Dresdner Anzeiger, für den er bis 1932 tätig blieb. Zunächst gehörten das Lokal- und das Politikressort zu seinem Aufgabengebiet. Ab 1902 leitete er das Theater-Referat in der Nachfolge des neuen Chefredakteurs Leonhard Lier. Kummer redigierte zudem die wissenschaftliche Beilage und die Unterhaltungsbeilage "Aus Winkeln und Weiten". Nach dem Ausscheiden von Paul Schumann übernahm er dessen Feuilleton. Kummer verfasste neben seiner Redaktionstätigkeit verschiedene kulturhistorische Werke und beteiligte sich als Autor an der Allgemeinen Deutschen Biographie. Im Bezirksverein des Deutschen Presseverbandes fungierte er als Ehrenrichter.