Hermann Thenius (* 1839 in Dresden; † 15. November 1912) war ein langjähriger Chefredakteur des Dresdner Anzeigers.

Thenius, Sohn eines Konsistorialrates und Pfarrers an der Dreikönigskirche in Dresden, wollte zunächst Buchhändler werden. 1859 unterstützte er als Privatsekretär die Gebrüder Schlagintweit bei der Veröffentlichung ihrer Reiseerlebnisse in den Himalaya. Danach war er bei der Volksbühne und in Chemnitz als Leiter beim Tageblatt angestellt.

Zum 1. Juli 1878 wechselte Thenius zum Dresdner Anzeiger als Chefredakteur. Er trat wie sein Redakteur Paul Schumann der 1882 als Berufsstandsverein der Dresdner Schriftsteller gegründeten Offenen Loge bei, die ihre Verlautbarungen im Dresdner Anzeiger drucken ließ. Im 1884 gegründeten Verein der Dresdner Journalisten und Schriftsteller Dresdner Presse gehörte er dem Vorstand an.

Thenius prägte den Dresdner Anzeiger bis zum Eintritt in den Ruhestand am 31. Dezember 1901 nachhaltig. Unter ihm entwickelte sich die Zeitung zum politischen Nachrichtenblatt. In den 1890er Jahren holte er Leonhard Lier und Friedrich Kummer zum Dresdner Anzeiger. Als Paul Schumann wegen Kritik an der traditionellen Dresdner Malerei angegriffen wurde, stellte er sich - auf die Freiheit der Presse verweisend - schützend vor ihn. Der Historiker Walther Thenius war sein Sohn.