Johann Christoph Arnold (* 10. März 1763 in Hartmannsdorf; † 6. August 1847 in Dresden) war ein bedeutender Dresdner Verleger, Buchhändler und Stadtpolitiker des frühen 19. Jahrhunderts. Er hatte großen Einfluss, dass sich das wirtschaftlich erstarkte Bürgertum in Sachsen auch politisch emanzipieren konnte.

Der Sohn eines verarmten Bauern besuchte an seinem Heimatort das Gymnasium. Nach einjährigem Studium der Bergakademie Freiberg musste er seinen Lebensunterhalt als Schreiber verdienen. Danach arbeitete er als Geschäftsführer einer Buchhandlung in Schneeberg. 1790 gründete er in Schneeberg ein eigenes Geschäft, die Arnoldische Buchhandlung.

Arnold bemühte sich in Dresden zunächst vergeblich um eine Konzession für den Buchhandel. Er eröffnete 1795 eine Leihbibliothek im Blockhausgäßchen, die er später zum Lesemuseum erweiterte, und wechselte 1798 zwischenzeitlich nach Pirna, wobei er in Dresden ansässig blieb. Beim Verkauf des Pirnaer Buchhandels an seinen Stiefsohn wurde ihm allerdings ein Scheingeschäft nachgesagt, das erneuten Widerständen der Dresdner Buchhändler vorbeugen sollte.

Nach Dresden zurückgekehrt gründete Arnold eine neues Lesemuseum, das er von 1801 bis 1805 und 1825 bis 1834 betrieb. 1802 rief er den Dresdner Journallesezirkel ins Leben - in seinem Lesemuseum lagen 150 politische und wissenschaftliche Zeitschriften des In- und Auslandes bereit. Das Museum wurde zu einem Treffpunkt für den Gedankenaustausch und zu einem Instrument der politischen Bildung. 1803 erhielt Arnold schließlich die Konzession für ein Sortimentsgeschäft in Dresden.

Als Erster in Dresden stellte Arnold nach englischem und französischem Vorbild ältere und neue gebundene Bücher aus. Er verlegte Naturwissenschaftler wie Heinrich Cotta und Ludwig Reichenbach, Künstler wie Ludwig Tieck und Carl Maria von Weber, aber auch König Johann von Sachsen und Schriften zur Homöopathie. Ludwig Richter förderte er frühzeitig. 1809 und 1810 kam das Dresdner Adressbuch bei Arnold heraus. 1820 und 1822 publizierte er die 30 bzw. 100 "malerischen Ansichten von Dresden und Umgebung" nach Zeichnungen von Carl August Richter und dessen Sohn Ludwig. In seiner eigenen Schrift "Das neue Dresden. Ideen zur Verschönerung dieser Stadt" von 1809 entwickelte Arnold Ideen zur weiteren Entwicklung Dresdens nach dem Abtragen der Stadtbefestigung.

Arnold machte sich auch als Verleger wichtiger Dresdner Zeitungen einen Namen. Von 1803 bis 1806 und 1827 bis 1836 gab er den Dresdner Anzeiger heraus. Dafür pachtete er das Adreß-Comptoir von Wilhelmine Henriette Friederike Richter. Dagegen gab es erheblichen Widerstand, z. B. weil Arnold unterstellt wurde, das mit dem Dresdner Anzeiger verbundene Privileg der Portofreiheit für andere Geschäfte zu missbrauchen. Als Richter das Comptoir verkaufen wollte, kündigte sie die Pacht 1806 vorfristig. Nachdem sie das Comptoir aber wieder zurückerhalten hatte, verpachtete sie es ab dem 1. Januar 1827 für 10 Jahre und 1200 Taler jährlich an Arnold und Major a.D. Friedrich Gottlieb Aster. Unter deren Regie wurde der Anzeiger ein Tagesblatt mit einer Auflage von 1000 Exemplaren. Nach Ablauf der Pachtzeit verkaufte Richters Erbin das Comptoir an Justus Friedrich Güntz, wobei Aster alleine noch einige Zeit Pächter und damit Herausgeber blieb. Nach einem ersten Versuch zwischen 1804 und 1806 gründete Arnold 1817 zudem zusammen mit dem Herausgeber Theodor Hell die Dresdner Abendzeitung als Organ des Dresdner Liederkreises neu. Hier engagierte er sich u. a. für Carl Maria von Weber und die deutsche Oper im Widerstreit mit Francesco Morlacchi. 1835 verkaufte Arnold die Abendzeitung an Hell.

Seine Zeitungen nutzte Arnold, um das Bürgertum politisch zu emanzipieren. Nach den Septemberunruhen von 1830 gehörte er zu den sieben Vertretern zur Wahrung der Gerechtigkeit der Bürger und Einwohner. Als solcher trat er für eine zeitgemäße Verfassung ein. 1838 gründete Arnold eine Schulbuchstiftung in Dresden und von 1839 bis 1842 wirkte er als Stadtverordneter. Er war zudem Mitglied im sozialen Verein zu Rath und That, der zeitweise unter der Leitung von Gottlob Adolf Ernst von Nostitz und Jänkendorf stand. Arnold verlegte Die Eidesleistung der Juden von Zacharias Frankel.

Arnold wurde auf dem Trinitatisfriedhof beigesetzt. Die Arnoldstraße in Johannstadt trägt seinen Namen.

Die Arnoldische Buchhandlung

Die Arnoldische Buchhandlung war eine bedeutende Dresdner Verlagsbuchhandlung und in der Webergasse 2 (später Nr. 39) ansässig.

Obwohl Arnold schon Jahre zuvor in die Stadt gekommen war, konnte er sein Dresdner Geschäft erst 1803 offiziell eröffnen, nachdem er als Teilhaber in die Nachfolge der Richterschen Buchhandlung eingestiegen war. Bei Arnold wurde unter anderem das erste Mal die "Göttliche Komödie" in der Übersetzung von König Johann von Sachsen (Pseudonym Philaletes) verlegt. 1825 öffnete eine Verlagsfiliale in Leipzig.

Nach Arnolds Tod führten sein Patenkind Robert Reimann und sein ehemaliger Lehrling Julius Leubner die Geschäfte weiter, die dafür auch ihre Namen zu Robert Reimann-Arnold bzw. Julius Arnold änderten. Nach Reimanns Tod wurden die verschiedenen Filialen von Buchhandlung und Verlag in Dresden bzw. Leipzig aufgeteilt. Julius Arnold verkaufte die Buchhandlung in Dresden 1878 an Hugo Siegismund Colditz.

Dankfeier am 31.10.1830 auf dem Altmarkt

Feier anlässlich der Wiederherstellung der Ruhe und Einführung der Kommunenrepräsentanten: Links im Vordergrund ist mit gezogenem Degen Johann Christoph Arnold zu sehen, in der Mitte Mitregent Prinz Friedrich August, daneben Prinz Johann.