Die Güntzstraße in Dresden trägt ihren Namen nach dem Verleger und Kunstmäzen Justus Friedrich Güntz. Sie folgt einem Abschnitt des ehemaligen Akziserings, einem Rundweg, den Friedrich August der Gerechte 1823 anlegen ließ, um die Mauthäuschen um die Stadt zu verbinden.

Ursprünglich hieß die Güntzstraße nach dem Vorbild des unmittelbar angrenzenden, schon 1680 wegen der Pest eingerichteten Eliasfriedhofs Eliasstraße, genannt nach dem israelitischen Propheten Elija, von dem man sagt, dass er Tote erwecken konnte.

Im späten 19. Jahrhundert siedelten sich in der Eliasstraße bekannte Bildhauer an. Johannes Schilling schuf hier sein Niederwalddenkmal, auch Ernst Hähnel und Robert Diez hatten Ateliers in der Eliasstraße und der Maler Johann Friedrich Wilhelm Wegener und der Architekt Ernst Giese wohnten hier. Von 1903 bis 1907 errichtete William Lossow die Kunstgewerbeschule mit Kunstgewerbemuseum an der Straße.

Nach den Novemberpogromen 1938 wurde die Straße umbenannt. Der neue Namensgeber Justus Friedrich Güntz war auf dem Eliasfriedhof beigesetzt worden. Die im Februar 1945 nach den Bombenangriffen abgebrannte Kunstgewerbeschule wurde von Mart Stam in vereinfachter Form unter Einbeziehung historischer Details wie des Eingangsportals wieder aufgebaut.

 

Die Güntzstraße ist heute ein verkehrsreicher Zubringer zur Albertbrücke. Sie beginnt am Straßburger Platz, führt Richtung Elbe an modernen Wohnhäusern auf der rechten Straßenseite, am St. Benno-Gymnasium (links) sowie wiederum auf der rechten Straßenseite an Gebäuden der TU Dresden (in der Dürerstraße 24 hatte ich selbst einen Wohnheimplatz) und der Hochschule für Bildende Künste vorbei und endet am Güntzplatz.