An der Zwinglistraße in Gruna befinden sich heute neben Wohnungen viele Geschäfte und Büros. Die Haltestelle Zwinglistraße ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Straßenbahn und Bus.

Zwinglistraße Die Zwinglistraße beginnt an der Winterbergstraße in einem Wohngebiet. Nach der Einmündung der Bodenbacher Straße wird sie zur Hauptverkehrsstraße für Auto und Straßenbahn. Die Stübelallee zweigt in Richtung Großer Garten ab. Nach der Abzweigung der Comeniusstraße und der Schneebergstraße führt die Zwinglistraße wiederum durch ein Wohngebiet und endet am Falkensteinplatz.

Namensgeber der Zwinglistraße ist der Schweizer Reformator Ulrich Zwingli (1484-1531). Zwingli ging in seinen Reformationsbestrebungen weiter als Martin Luther und legte die Bibel wörtlich aus. Allerdings wollte er die Reformen, darunter die Abkehr von der Heiligenverehrung und Einführung der Priesterehe, im Zusammenwirken mit den Herrschenden erreichen und glaubte an das Prinzip der Staatskirche. Mehrere Schüler Zwinglis gehörten zu den Begründern der Täuferbewegung, die im Unterschied zu Zwingli eine staatsfreie evangelische Kirche im Sinne des Neuen Testaments forderten.

Zwinglistraße 56: Ehemaliges Wohnhaus von Kurt Fiedler

Eine Verwechslung: Das abgebildete Gebäude Nr. 56 war 1945 nach den Bombenangriffen abgebrannt, konnte jedoch unter Verwendung des erhalten gebliebenen Mauerwerks wieder errichtet werden. Kurt Fiedler war mit seiner Familie um 1929 vom Dürerbundhaus Blasewitz nach Gruna gezogen. Hier wurde auch sein zweites Kind, Frank Fiedler, geboren. Obwohl die Familie Fiedler schon wenig später wieder an die alte Adresse zurückzog, nachdem dort eine Atelierwohnung frei geworden war, besitzt die Grunaer Adresse eine erhebliche Bedeutung für die Biografie von Kurt Fiedler. In Dresslers Kunsthandbuch, Buch der lebenden deutschen Altertumsforscher, Künstler, Kunstgelehrten und Kunstschriftsteller, 1930, S. 251 steht: "Fiedler, Kurt, Maler, Griffelkünstler, Dresden-A. Zwinglistraße 56, *Berlin 19. 1. 1878, Kgl. Kunstschule u. Akad." Der Berliner Kurt Fiedler hatte von 1908 bis 1943 jedoch durchgehend in Berlin, Bühlowstraße 20, gewohnt. Diese Verwechslung wurde dann sehr lange von Vollmer, dem Deutschen Historischen Museum und auch der Deutschen Fotothek übernommen.